Frauen, seid mutiger!
Paula Lou Riebschläger für Shifted News
Wie verändert sich die Rolle der Frau in der digitalisierten Arbeitswelt und was können ArbeitnehmerInnen konkret tun, damit sie erfolgreicher im Beruf sind? Constanze Buchheim diskutierte am Mittwoch mit Lena-Sophie Müller und Petra Scharner-Wolff auf der re:publica in der Session Diversity & the Fe:male Digital Footprint über neue Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Constanze Buchheim ist Expertin für Recruiting und Gründerin sowie Geschäftsführerin der Recruitingberatung i-potentials GmbH. In der deutschen Startup-Szene hat sie von Beginn an das Wachstum zahlreicher bekannter Digitalunternehmen begleitet.
Wie hat sich der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung verändert?
Durch die Digitalisierung, aber auch durch die Globalisierung hat sich der Arbeitsmarkt grundsätzlich gewandelt. Wir kommen aus einer Situation, in der es ausreichend Bewerber gab und nur wenige Stellen. Auf diesem Markt hatten die Unternehmen das Sagen – es gab quasi einen Arbeitgebermarkt. Heute steigen die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gleichzeitig wirkt der demographische Wandel. Dadurch gibt es weniger qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Unternehmen müssen jetzt proaktiv auf potentielle Arbeitskräfte zugehen.
Wie erlebst du Frauen im Bewerbungsprozess?
Bei der Besetzung von Geschäftsführungsposten merkt man bei Frauen häufig einen deutlich vorsichtigeres Vorgehen als bei Männern, aber auch fehlendes Selbstbewusstsein. Dazu gibt es auch wissenschaftliche Studien. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten lernen, dass sich zu öffnen und sich zu zeigen zwar mit Risiken verbunden ist, gleichzeitig aber auch mit Chancen, dass etwas Geniales entsteht.
Welche Rolle spielt Social-Media bei der Bestärkung „typisch weiblicher“ Muster?
Die Social-Media-Debatte ist quasi eine Glücksdebatte. Dieses Motto „Du musst glücklich sein“ wird fast schon zur Doktrin. Dabei führt ein derartiger Zwang zum Glücklichsein gerade dazu, dass Menschen sich unglücklich fühlen. Speziell auf Frauen bezogen stellt sich in der Nutzung von Social-Media die Frage, wie pflegen wir über sozialen Medien bestimmte Rollenbilder und wie hebeln wir sie aus? Da spielt sich sehr viel unbewusst ab. Bestehende Rollenbilder werden auch ohne eine negative Absicht häufig bestätigt und reproduziert.
Was ist dein konkreter Tipp speziell an junge Frauen, die ihre Karriere starten möchten? Was können BewerberInnen, die vielleicht nicht ganz so viel Selbstbewusstsein haben, tun?
Es gibt Unmengen an großartigen Mutmach-Beiträgen, auch auf Social-Media. Außendarstellung ist nicht alles.