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Die Möglichkeit einer Lüge: Was wir von den Erfindern der Holocaustleugnung über Fake News lernen können

Short thesis

Fake News (allein das Wort schon!) sind eine der gefährlichsten Entwicklungen unseres Jahrzehnts, weil sie die Lüge wieder zum Kern der Agenda machen. Das ist selbstverständlich nicht neu, aber in unserer lauschigen bundesrepublikanischen Komfortzone zumindest unüblich gewesen. Guckt man sich allerdings den Kampf um die Deutungshoheit über den Holocaust nach 1945 an, fallen frappierende Gemeinsamkeiten mit heute auf. Aus dem damaligen Umgang lässt sich einiges für heute lernen.

Description

Dass der Holocaust einmal als einigermaßen unumstößliche Tatsache in unserer Geschichtskultur dastehen würde, war in der Nachkriegszeit keineswegs ausgemacht. Dass es den industrialisierten Genozid gegeben hatte, wollten zwar nicht einmal die Täter selbst leugnen, für einige wortgewaltige AutorInnen hingegen war sie zumindest denkbar: Die Möglichkeit einer Lüge. Wie sie diese Lüge, dass es Auschwitz nicht gegeben hätte, begründeten, bewaffneten und für ihre Agenda verwendeten, ist in der Rückschau durchaus mit heutigen Fake News vergleichbar. Wie hilflos die (mal mehr, mal weniger) demokratische Öffentlichkeit, Justiz und Politik damit umgingen, umso mehr. Tun wir etwas Spannendes: Lernen wir aus der Geschichte!