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(Insane in the) brain drain: Mensch-Maschine-Schnittstellen, KI und kreative Prozesse

Short thesis

Spätestens nach Veröffentlichung von „Hello World“, dem ersten Popalbum, das mithilfe einer KI geschrieben wurde, ist die Musikwelt in Aufruhr. Flow Machines und andere „Tools" versprechen nicht weniger, als die Revolutionierung der Musikproduktion, indem sie kreative Prozesse „managen“, Styles „objektivieren“ oder als „künstliche Muse“ fungieren. Mit der nächsten Welle technologischer Innovationen dürften herkömmliche Schnittstellen entfallen, was Musikschaffenden komplett neue Möglichkeiten eröffnet, Musik zu komponieren, zu produzieren und zu performen.

Description

Kreativität kann definiert werden als die Fähigkeit, neue und wertvolle Ideen und Artefakte zu generieren. Aus kognitiver Sicht ist Kreativität ein komplexer Prozess, der aus der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen bewussten und unbewussten Prozessen resultiert. Spätestens nach Veröffentlichung von „Hello World“, dem ersten Mainstream-Popalbum, das mithilfe einer künstlichen Intelligenz namens Flow Machines geschrieben wurde, ist die Musikfachwelt in puncto kreative Prozesse – gelinde gesagt - in Aufruhr. Versprechen neuartige KIs wie Flow Machines oder IBMs Watson Beat nicht weniger, als die Revolutionierung der Musikkomposition und -produktion, indem sie kreative Prozesse „managen“, Musik-Styles „objektivieren“ und damit reproduzierbar machen oder gar als artifizielle Muse fungieren. Aber damit nicht genug: mit der nächsten Welle technologischer Innovationen dürften herkömmliche Schnittstellen und Eingabegeräte entfallen und Musikschaffenden somit komplett neue Möglichkeiten eröffnen, Musik zu komponieren, zu produzieren und zu performen.

Um tiefer in den unbewussten Bereich kreativer Prozesse vorzudringen, bieten die Neurowissenschaften interessante neue Werkzeuge: Brain Computer Interfaces (BCIs) sind direkte Kommunikationswege zwischen einem erweiterten oder verkabelten Gehirn und einem externen Gerät. Derzeit konzentriert sich die BCI-Forschung auf neuroprothetische Anwendungen, die auf die Wiederherstellung von Hör-, Seh- und Bewegungsschäden abzielen. Auf experimenteller Ebene werden Biosignalanalyse und Gehirn-Computer-Schnittstellen eingesetzt, um Geräte zu steuern, z.B. um Musik mit den Gedanken zu spielen oder - in einem nächsten Schritt - das Unterbewusstsein anzuzapfen.

Speakers