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Tech-Firmen machen Stadt - Was heißt das für Berlin?

Short thesis

In der Digitalbranche ist aktuell ein „urban turn“ zu beobachten. Tech-Firmen verstehen Städte nicht nur als Markt für technologische Innovationen, sondern gestalten diese aktiv mit. Sie bauen Firmenzentralen, Forschungscampusse, Stadtviertel und Wohnareale. Manches Quartier droht hierdurch überfordert zu werden.
Es stellt sich die Frage nach der urbanen Verantwortung der Firmen. Wie lassen sich wirtschaftliche und räumliche Bedürfnisse in Einklang bringen? Ein Blick auf das Silicon Valley und Berlin eröffnet Perspektiven für Handlungsansätze.

Description

Alphabet plant einen Stadtteil in Toronto. Facebook baut ein Stadtviertel in Menlo Park. Apple bezieht ein riesiges Hauptquartier in Cupertino. Was ist da los?

Tech-Konzerne drängen auf das Gebiet der Stadtentwicklung. Sie kaufen Grundstücke, investieren in Infrastruktur und errichten Campusse, Startup-Center, Wohnanlagen und Forschungsbüros. Sie erproben ihre technologischen Errungenschaften (autonome Fahrzeuge, smart meters, Drohnen, Steuerungstechnik) und prägen eine neue Form der Smart City.

Zugleich lässt sich eine junge Generation an Digitalunternehmen im Zentrum von San Francisco nieder, darunter Airbnb, Twitter und Uber. Dort sorgt die hohe Konzentration an Wagniskapital für hochbezahlte Jobs und steigende Immobilienpreise. Die Folgen sind Gentrifizierung, Wohnungslosigkeit und der Verlust lokaler Identität. In der Hightech-Region öffnet sich ein Spannungsfeld zwischen digital-urbanem Aufbruch und einer neuen städtischen Krise.

Auch in anderen Regionen sorgt der Startup-Boom für urbanen Wandel. In Amsterdam, New York, London oder Tel Aviv ziehen Techies in die Stadtzentren, bevölkern die Szeneviertel und konkurrieren mit ansässigen Betrieben um Gewerberäume.

In Berlin konzentriert sich die Branche in und um Kreuzberg: Google-Campus, Zalando-Büros und eine Erweiterung von The Factory. Kritiker befürchten steigende Mieten, die Verdrängung eingesessener Betriebe und eine "Googlefizierung" des Kiezes. Lokale Initiativen organisieren Proteste und fordern, dass die Tech-Firmen ihren Beitrag für eine soziale, gerechte und nachhaltige Stadt leisten.

Wie kann das gelingen? Wir skizzieren den „urban turn“ der Digitalbranche, weisen auf Fehlentwicklungen hin und entwerfen Handlungsansätze. Dazu berichten wir zunächst von der Lage in Kalifornien und richten anschließend den Blick auf aktuelle Trends in Berlin.