Stage 8
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Lost Wisdom - Warum früher mehr Web war

Short thesis

In den 1980er Jahren war es der Computer, der Schule und Hochschule modernisieren sollte. In den 1990er kam das Web dazu und bald hatten wir Social Media. Die gleichen Hoffnungen, die sich wieder nicht so recht bewahrheiten wollten. Bildung sollte durch Technik offener, partizipativer und gerechter werden. Herausgekommen sind Learning Management Systeme. Warum diese Entwicklung nicht alternativlos ist und welche Weisheiten in der Vergangenheit versunken sind, machen wir im Vortrag deutlich.

Description

Seit mindestens 30 Jahren wird davon gesprochen, mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien Unterricht, Lernen und Lehren zu verbessern. In Schule, Hochschule und auch in der Weiterbildung gab es unzählige Feldversuche, experimentelle Studien, Förderprogramme und Initiativen, um die angestaubt wirkenden Bildungseinrichtungen grundlegend zu erneuern. Gemein ist den meisten Versuchen, dass sie die hochgesteckten Erwartungen - Lernen wird effizienter und effektiver - nicht erfüllen konnten. So mündete auch die Idee, mehr selbstgesteuertes Lernen und partizipatives Lehren in die Einrichtungen zu bringen an vielen Stellen genau im Gegenteil: Sprachlabore zum Nachsprechen; Learning Management Systeme, die dem Duktus der Selbststeuerung, die Pragmatik und Dogmatik der Kontrolle und des Rechtemanagements entgegensetzen; der Einsatz von Fördermitteln für digitale Infrastruktur parallel zum Verbot, Mobiltelefone im Unterricht oder Laptops in der Hochschulveranstaltung zu nutzen.

 

Technologie scheint die ihr zugesprochene transformative Kraft im Bildungssystem nicht so recht entfalten zu wollen. Megatrends wie Künstliche Intelligenz oder Virtuelle Realität werden seit Jahren als ‘the next big thing in education’ angekündigt. Social Media sollte Machtgefüge aus den Angeln heben und Partizipation fördern. Die Öffnung von Bildung mit Technologie und offenen Lizenzen sollte Zugänge schaffen, wo vorher keine waren. Liest man Pressemeldungen und Projektbeschreibungen von 2007 oder 1997, so genügt der Tausch einiger Buzzwords, um eine Doppelseite in der Süddeutschen, im Spiegel oder der ZEIT zu füllen.

 

In unserem Vortrag möchten wir uns diese Entwicklungen genauer ansehen. In einigen Fällen lassen sich alternative Szenarien aufzeigen, aus denen wir für digitale und zeitgemäße Bildung in 2018 und darüber hinaus Schlüsse ziehen können. Einige der Beispiele aus den letzten 30 Jahren dürften auch für den einen oder anderen Lacher gut sein.